Elektronik unter feucht-warmen Einsatzbedingungen prüfen
Hohe Luftfeuchtigkeit und Kondensation können elektronische und mechanische Komponenten erheblich beeinträchtigen. Feuchtigkeit kann in Gehäuse und Baugruppen eindringen, Korrosion fördern, Isolationswiderstände verändern und elektrische Funktionen beeinträchtigen.
Mit Feuchte-Wärme-Prüfungen nach MIL-STD-810H Method 507.6 untersuchen wir, wie zuverlässig Komponenten und Systeme unter warmer und feuchter Umgebung funktionieren.
Je nach Spezifikation können ergänzend Prüfverfahren nach IEC 60068-2-78 eingesetzt werden.
Typische Prüfobjekte
Die Prüfung eignet sich insbesondere für feuchteempfindliche Komponenten und Baugruppen wie:
- Elektronische Baugruppen
- Steckverbinder und Kontakte
- Sensoren und Messsysteme
- Steuergeräte
- Funkgeräte
- Radar- und Kommunikationstechnik
- Optoelektronik
- Gehäuse und Schutzsysteme
- Werkstoffpaarungen und Fügestellen
- mobile und stationäre Elektronik
Was wird untersucht?
Die definierte Feuchte- und Wärmebelastung kann unterschiedliche Alterungs- und Schädigungsmechanismen sichtbar machen.
Untersucht werden können unter anderem:
- Feuchteeintrag und Kondensation
- Korrosionserscheinungen
- Veränderungen von elektrischen Eigenschaften
- Isolationsabfall
- Kontakt- und Verbindungsprobleme
- Funktionsbeeinträchtigungen
- Materialveränderungen
- Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Werkstoffen
Gerade bei elektronischen Systemen kann die Kombination aus Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit zu Problemen führen, die unter trockenen Laborbedingungen nicht erkennbar sind.
Für Defence, Aerospace und Industrieelektronik
Feuchte-Wärme-Prüfungen sind besonders relevant für Systeme, die in tropischen, maritimen oder allgemein feucht-warmen Klimazonen eingesetzt werden.
Typische Anwendungen sind:
- militärische Elektronik
- Kommunikations- und Funktechnik
- Radar- und Sensorsysteme
- Fahrzeug- und Fahrzeugelektronik
- Steuergeräte
- Optoelektronik
- mobile elektronische Systeme
- Außen- und Feldelektronik
- sicherheitskritische Baugruppen
Funktionsprüfung unter Belastung
Je nach Prüfanforderung kann nicht nur der Zustand des Prüfobjekts vor und nach der Belastung bewertet werden. Auch eine Funktionsüberwachung während oder zwischen den Prüfzyklen kann Bestandteil des Prüfkonzepts sein.
So lässt sich feststellen, ob die Feuchtebelastung lediglich optische oder materialtechnische Veränderungen verursacht oder tatsächlich zu einer Beeinträchtigung der Funktion und Zuverlässigkeit führt.
Feuchte-Wärme-Prüfung und Korrosionsanalyse
Feuchtigkeit kann insbesondere an Materialübergängen, Kontaktstellen und Beschichtungen zu Korrosion führen. Werden nach der Prüfung Auffälligkeiten festgestellt, können diese durch Mikroskopie, Metallographie, Werkstoffanalytik und Schadensanalyse weiter untersucht werden.
Damit lässt sich beispielsweise feststellen, ob Korrosion durch einen Feuchteeintrag, eine Beschädigung der Oberfläche, eine ungünstige Werkstoffpaarung oder eine Schwachstelle der Beschichtung begünstigt wurde.
Feuchtebelastung → Funktion prüfen → Schädigung erkennen → Ursache analysieren → Zuverlässigkeit verbessern
Relevante Prüfstandards
Je nach Anwendung und Spezifikation können unter anderem folgende Standards herangezogen werden:
- MIL-STD-810H, Method 507.6 – Humidity







